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Der Tradition treu, möchten wir auch dieses Jahr die persönlichen Berichte der Läufer, die am Weltkulturerbelauf teilgenommen haben, auf unserer Homepage präsentieren. Den Anfang nacht eine unserer jüngsten Talente.
Lena Franke: Zweimal gelaufen !
„Sei dabei am 8. Mai!“ war mein Motto für den 5. WKEL. Und wenn`s geht, gleich zweimal.
Meinen ersten Start hatte ich um 12.30 Uhr beim großen Fuchs Schülerlauf. Da ich unbedingt wieder auf die große Bühne am Maxplatz wollte, um mir dort eine Medaille abzuholen, war ich schon beim Start an erster Stelle, auch wenn ich da schon mal 25 min. in der Sonne stehen musste.
Nach dem lauten Startschuss (mag ich gar nicht so gern) rannte ich, was das Zeug hielt, an den vielen jubelnden Menschen vorbei und schaffte es tatsächlich als erstes Mädchen ins Ziel zu laufen.
Da war die Freude groß! Auch die Zeit war nicht schlecht, 6:58 min. , also unter 7:00 min.
Ich holte mir also bei der Siegerehrung meine Medaille, eine Urkunde und als zusätzlichen Preis einen MP3-Player ab.
Viel Zeit zum Ausruhen blieb dann aber nicht, weil mein nächster Start schon auf mich wartete.
Um 14.00 Uhr lief ich dann noch mal beim Wieland – Lauf mit und ich glaubte es selbst erst nicht.
Auch hier schaffte ich den Sprung aufs Siegertreppchen. Mit einer Zeit von 22:35 min. lief ich die 4,4 km und erreichte damit den 2. Platz.
Auch danach hatte ich noch keine Zeit mich auszuruhen. Bewaffnet mit einer Schüssel und zweimal Kloß mit Soß rannte ich an die 10,9 km Strecke, um meinen Papa anzufeuern. Dort hockte ich dann am Straßenrand und ließ mir die köstlichen Klöße aber schmecken.
Lena
Günther Dotterweich:
Mit texanischer Unterstützung von meinem Laufpartner Jusuf, gingen wir die 21km, von der leicht welligen und heuer von den Bambergern Veranstaltern gut vorgewärmten Laufstrecke mit einer Zielvorgabe von unter 2 Stunden an.
Lange waren wir Beide voll in Sollzeit. Da Jusuf allerdings vor dem WKEL drei Wochen in Europa unterwegs war, konnte er nicht trainieren und musste im Hain leider das Tempo raus nehmen.
Ich versuchte trotzdem noch unser Ziel zu erreichen, kam aber knapp über zwei Stunden(2:00:39Std) und ziemlich Platt ins Ziel. Gott sei Dank hat es auch mein „kleiner texanischer Freund“ noch geschafft zu Finishen.(2:14:54Std)
Glückwunsch Jusuf
Günther
Klaus Lebert:
Auch wenn ich an sportlichen Aktivitäten in meiner Freizeit hauptsächlich Fahrrad fahre, so habe ich es mir nicht nehmen lassen, wieder beim WKEL (in meinem Falle den 10,9 km Brose-Lauf) teilzunehmen. Und ich habe es nicht bereut, denn es war wieder eine Laufveranstaltung der Superlative. Super Stimmung, super Publikum und letztlich auch super Wetter (wie bisher immer beim WKEL!). Es ist einfach ein grandioses Feeling, inmitten einer so großen Schar von Gleichgesinnten zu laufen und dann auch noch so viele begeisterte Zuschauer (natürlich auch viele Bekannte) an der Strecke zu sehen. Das motiviert unheimlich und läßt jedes Sportlerherz höher schlagen! Nach meinem Lauf habe ich dann noch mit der gleichen Begeisterung an der Martinskirche gestanden und die Läufer des Halbmarathons bejubelt und bewundert. Glückwunsch an alle für die herausragenden Leistungen!
Klaus
Christian Schwab:
Gegen 14:45 Uhr wurde der Countdown mit langsamem Einlaufen am Kanal entlang eingeläutet. Holla, ist das warm. Wenn nicht ab und zu eine leichte Brise aufkommt, steht hier die Luft und schon im langsamen Trab hat man das Gefühl nicht genügend Sauerstoff in die Lungen zu bekommen. Jetzt noch 3 lockere Sprints ( á la Franz ) zum aufwachen und dann geht es schon ab in den Startblock. Die knapp 10min, die wir dann noch warten müssen, werden mit nervösem zappeln und blöden Sprüchen überbrückt. Und dann geht es los...! Ich komme relativ schlecht weg und vor mir laufen irgendwie Unmengen von Leuten. Wo kommen die alle her? Ich war doch in 2. - 3. Reihe gestanden?? Egal, ich wollte sowie so etwas gebremst loslaufen, um die brutalen ersten 5km möglichst unbeschadet zu überstehen. Aber scheinbar ist das kaum möglich und auch dieses Jahr haben mich die Berge hinauf zur Altenburg total geschafft. Ich bin halt absolut kein Bergläufer und das Kilo, das ich die letzte Woche noch abgenommen habe, hat das auch nicht mehr rausgerissen. Aber letztendlich, auch wenn man total außer Atem ist, überwiegt die Freude, dass man den höchsten Punkt der Strecke erreicht hat und es bald nur noch flach dahin geht. Auf den nächsten Kilometern heißt es zu regenerieren. Bald wird sich zeigen welche Tagesform man hat, denn wenn es in den flachen Teil der Strecke kommt, sollten die Beine nach Möglichkeit ins Rollen kommen. Leider auch diesmal nicht bei mir. Was beim Testlauf vor 3 Wochen noch super geklappt hat, blieb mir heute versagt. So war wieder einmal Zähne zusammenbeißen angesagt. Mein relativ verhaltener Start kam mir jetzt allerdings zu Gute, denn einige Läufer vor mir hatten die Strecke unterschätzt und konnten das Tempo nicht mehr halten. So sammelte ich die nächsten Kilometer einige Läufer vor mir ein, was doch wesentlich motivierender ist, als ständig überholt zu werden. Dazu kamen dann noch die vielen aufmunternden Zurufe der Zuschauer, unter denen natürlich auch viele Bekannte von mir waren. Das macht den Lauf so besonders! Neben den offiziellen Getränkestationen reichten unzählige Privatleute Wasserbecher und verlegten ihren Gartenschlauch nach draußen um die Läufer zu besprühen. Das war auch bitter nötig, denn es wurde immer heißer.
Der eckige Kurs und das holprige Kopfsteinpflaster taten dann noch ihr möglichstes um dem Körper die letzten Körner zu entlocken. Und wenn man meint es geht eigentlich gar nicht mehr, muss man noch ca. 500m den Domberg hoch um dann oberhalb der Stephanskirche endlich umkehren zu dürfen, mit der euphorischen Gewissheit, dass man den Rest der Strecke nur noch bergab und an 1000den von Zuschauern vorbei, laufen darf. Für mich, war die Situation auch relativ entspannt, da ich meinen Vordermann nicht mehr erreichen konnte und auch hinter mir ca. 20s niemand mehr kam. So konnte ich den letzten Kilometer noch richtig genießen ohne das letzte geben zu müssen. Hinsichtlich des Rennsteiglaufs in 2 Wochen, war das auch gut so! Vor dem Ziel waren sogar noch 2 Freudensprünge drin und dann war es geschafft. Die Zeit von 1:24:55 war jetzt nicht so berauschend ( 2007 und 2009 war ich schneller ), aber mit Platz 17 war ich doch sehr zufrieden. Im Ziel dann warten auf die ersten Laufkollegen und alle anderen Freunde und Bekannten, die auch dieses Jahr wieder mit von der Partie waren. Dieser Teil des WKEL ist mit am schönsten, denn man sieht einfach so viele Bekannte und alle sind glücklich diese Strapazen überstanden zu haben. Und 2-3 Erdinger Alkoholfrei später fühlt man sich schon fast wieder wie neu. Da macht es sich dann noch mal bezahlt im Vorfeld gut trainiert zu haben!
Bleibt zu hoffen, dass es auch 2013 einen WKEL geben wird. Wäre schade, wenn auf Grund der (wiedermal) unfähigen Stadtoberen dieses tolle Event ausfallen würde. Nur wegen der Frühjahrsmesse, die doch wirklich niemanden interessiert!
Schwabi
Jürgen Guth:
17,5 Kilometer Vorfreude auf „Fanclub Austraße“
Entschädigung für diese Schinderei. Auf meinem Fanclub ist halt verlass. Kaum in die Austraße eingebogen haben Sie (Katharina, Florian, Theresa, die Glaßies und weitere) mich auch schon erspäht und feuerten kräftig an. Das hat mir nochmal richtig Schub für den Anstieg zum Dom gegeben.
Zum Lauf selbst. Heuer war es wieder sehr heiß. Beim Einlaufen blieb schon die Spucke weg. Dennoch heftete ich mich an die Fersen von Schwabi um so lange wie möglich dran zu bleiben. Bis Kilometer 7 ist mir dies auch gut gelungen. Schwabi schaltete ab da einen Gang höher und ich konnte nur noch bis zur Schranne dran bleiben. Hier habe ich, wie sich später herausstellte, eine richtige Entscheidung getroffen. Um jetzt nicht zu überdrehen lief ich fortan mein eigenes Tempo (4:15-4:20/km). War auch gut so. Den ab Ku-Damm wurde es nochmal richtig heiß. Ich wurde zwar noch von den einen oder anderen Läufern überholt. Mit ein wenig mehr Dampf auf dem letzten Kilometer hätte ich meine Bestzeit von 2009 toppen können. Letztendlich überquerte ich die Ziellinie in 1:28:33 was exakt eine Sekunde über der Bestzeit bedeutete. Aber immerhin unter den besten 45 Läufern.
So war der WKEL 2011 wieder ein wunderschönes Erlebnis. Organisation und Zuschauer waren wieder topp.
Hoffentlich folgt die Fortsetzung in 2013.
Jürgen
Kurt Schrettenbrunner
Weniger wollen - mehr erreichen! Der Weltkulturerbelauf ist ja DAS Highlight für den Bamberger Läufer: ein Heimspiel, nur alle zwei Jahre, eine anspruchsvolle Strecke und vor allem anderen die unvergleichliche Publikumskulisse. Entsprechend hoch steckt man sich daher selbst jedes Mal die Ziele. Bei mir war das zumindest bisher so.
Dabei stand dieser Lauf - das heißt der Sparkassenlauf - für mich fast nie unter einem guten Stern. War ich 2003 als Laufanfänger noch auf der 10,9-km-Strecke gestartet - mein allererster Laufwettkampf überhaupt! - erlebte ich zwei Jahre später ein wahres Debakel: als Halbmarathon-Debütant viel zu schlecht vorbereitet mit zu wenigen langen Trainingseinheiten war ich im Hain ganz nahe dran, aufzugeben. Mein Kumpel motivierte mich, mich bis ins Ziel zu schleppen. Ich war total am Ende und brauchte einen ganzen Tag, um mich wenigstens nicht mehr krank zu fühlen. Vom viel hartnäckigeren Muskelkater will ich gar nicht reden. Das war damals eine Grenzerfahrung, die mich lehrte, bei zukünftigen Wettkämpfen vorsichtiger mit meinem Körper umzugehen, mich besser vorzubereiten und nicht einen Kollaps zu riskieren.2007 gelang mir die "Revanche" und ich konnte ganz knapp unter der 2-Stunden-Schallmauer bleiben. Und nachdem ich ab 2008 meine Jahreslaufkilometer hochgefahren hatte und schließlich meinen ersten Marathon in Berlin gelaufen war, sollte in 2009 endlich mal eine ordentliche Finisherzeit her. Doch eine dreimonatige Nasennebenhöhlenentzündung machte mir einen Strich durch die Vorbereitung. Eben erst wieder genesen, musste ich mich mit einer Durchschnittspace von 6:00 min/km begnügen. Es sollte einfach nicht sein. Dazu kommt, daß es den Veranstaltern des WKEL wirklich jedes Mal gelingt, Petrus ein Top-Wetter zu entlocken. Gut fürs Publikum und für den Umsatz schlecht für uns Sportler, jedenfalls für mich: ich bin absolut kein Hitzeläufer.
Gemäß dieser Wetterregelmäßigkeit standen die meteorologischen Vorzeichen in diesem Jahr wieder schlecht für mich. Was soll's. Heuer war der WKEL sowieso nur Durchgangsstation zum Saisonhöhepunkt. Zwar ein tolles Event, sicher auch ein Muss, aber nicht das Wichtigste, sondern nur ein Aufbauwettkampf für den Rennsteiglauf zwei Wochen später.
Am Dienstag vor dem WKEL war ich nochmal auf der Bahn für "mal eben" 10 x 1000 m Intervalle und prompt meldete sich das Schienbein mit einem sich ankündigenden Shin Splint! Abends humpelte ich mit starken Schmerzen bei jedem Schritt heim. Oje, Laufpause mindestens bis zum Wochenende! Und die Ungewissheit, ob ich nicht vor allem auf den langen Bergabstrecken von der Altenburg nicht wieder Probleme bekommen würde. Doch die größere Sorge galt der gefährdeten Teilnahme beim Rennsteiglauf.
Also ging ich ohne größere Erwartungen an den Start. Das Ziel war ursprünglich gewesen, klar unter 1:50 h zu bleiben. Doch die Hitze, das Schienbein, der seit Monaten wieder zwickende linke Innenmeniskus ... alles offen, mal sehen. Ich stellte mich ins vordere Starterviertel, da ich keine Lust auf Stauungen am Abtsberg hatte. Nach dem Start ging ich locker los, knapp unter 5:00 min/km.
Die Hitze erwies sich überraschenderweise für mich gar nicht so schlimm - und das sollte bis zum Ende so bleiben! Auch die Berge, die ich bewußt nicht mit maximal möglichem Tempo anging, raubten nicht zu viele Kräfte. Auf der Altenburg, nach gut 30 min, war alles im grünen Bereich. Dann kamen die gefürchteten Bergabstrecken, doch Schienbein und Knie hielten brav durch. Auf der Altenburger Straße konnte ich meinen Nachbarn Jürgen Maier - immerhin Ironman-Roth-Finisher in 10:30 h - überholen - eine Premiere! (Er leidet seit eineinhalb Jahren an Fersensporn, das muß ich fairerweise erwähnen).
Die weiteren Berge und Gefälle ging ich ebenfalls mit etwas Bedacht an: zügig laufen, aber nicht alles geben. Wie viele brechen später im Hain ein! Flott durch die Eisgrube und raus auf den Kaulberg. Vom Pfahlplätzchen her brandete mir zum ersten Mal der tosende Jubel der Zuschauer entgegen - Gänsehaut! Was für ein tolles Gefühl, hier zu laufen! Durch die Sutte und über den Holzsteg werde ich förmlich getragen. Vor lauter Begeisterung und Euphorie vernachlässige ich wohl ein wenig meine Atmung, was sich später noch rächen sollte.
Lange Trainingsläufe und (Ultra-)Marathon-Erfahrungen machen die Halbmarathondistanz eigentlich zu einer Kleinigkeit. Keine Probleme, flott mit 4:40 min/km durch den Hain und am Kanal entlang. Doch nicht die Strecke macht dich kaputt, sondern das Tempo, sowie eine vor lauter Begeisterung vernachlässigte Atmung: bei km 16 zwingt mich massives, schmerzhaftes Seitenstechen zu einer Gehpause. Seitenstechen, wie lange habe ich das nicht mehr erleben müssen! Immer wieder erneute Versuche, in einen Laufrhythmus zu kommen, werden vom Schmerz ausgebremst. Es geht nur langsam, und das bis km 18 oder 19 so fort, bis durch die Sandstraße hindurch. Dann kommt der Domberg!
Ich muss hinauf zum Domplatz immer wieder gehen, kann wenn dann nur langsam traben. Doch auf dem Domplatz selber wird sich keine Blöße gegeben! Durchlaufen! Tief Atmen! Und tatsächlich kann ich das Seitenstechen weg atmen. An der Domschule bin ich schmerzfrei, jedoch ausgelaugt und am Ende. Torschuster, Jakobskirche - hier stehen doch tatsächlich die einzigen Ölgötzen als Zuschauer, die keinen Piep der Anfeuerung herausbringen, grade hier wo man es am nötigsten hätte! - und der letzte Höhenmeter bergauf ist geschafft! Ab jetzt rollts bergab, was freu ich mich auf den letzten Genußkilometer vom Hofbräu bis zum Maxplatz! Gas geben - zumindest was noch geht!
Der Halbmarathon ist eigentlich eine SCH...distanz! Du rennst die ganze Strecke fast Vollgas und bist am Ende so k.o., daß du's dort, wo's am schönsten ist, nicht mal mehr die Hälfte von deiner Umgebung mitkriegst!
Durchbeißen bis zum Ziel, dann endlich Arme Hochreißen, fürs Finisher-Foto ein gequältes Zähnefletschen statt eines seligen Lächelns aus den Mundwinkeln Quetschen, Auslaufen, Stehenbleiben, Bücken, Schnaufen, und Schauen, wo man bleibt: in den Schatten? Schnell fange ich dort an zu zittern und zu frösteln. Mein Kreislauf kommt ins Stottern, also was trinken! Dann zum Verpflegungsstand? Die Zuckerschnecke klebt wie Mehlpappe im Gaumen! In die Sonne? Erst noch einen Iso-Drink! Kurz Hinsetzen. Dann lieber wieder Aufstehen, Herumgehen und den Kreislauf Antreiben! Endlich ein (alkoholfreies) Weißbier Trinken. Es dauert etwa eine halbe Stunde, bis ich mich wieder wohl fühle. Ich bin total ausgelaugt, und das nach "nur" 21 Kilometern. Blödes Tempo!
Meine Zeit: 1:46:51 - und damit mein Ziel absolut erreicht, die persönliche Bestleistung auf der WKEL-HM-Strecke um 13 min verbessert, trotz Gehpausen. Ich bin mehr als zufrieden, denn die Taktik, mich auf den ersten 8 bergigen Kilometern etwas zurückzuhalten, ist gut aufgegangen. Dennoch glaube ich immer mehr, daß ich mich auf längeren Distanzen wohler fühle. Das Tempogebolze ist einfach nichts für mich.
Chi va piano, va sano e va lontano!
Kurt
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