Berliner Luft tut gut / Persönliche Bestzeiten für Schwabi und Oli Vattenfall Halbmarathon Berlin 2009 / Läuferbericht  Berlin ist doch immer wieder eine Reise wert, denn hier gibt es nicht nur viele Fans meiner Shirts, sondern auch eine sehr schnelle Strecke auf der die Bestzeiten nur so purzeln.
Das SCM Team wurde heuer durch mich und Neu-SCMler Oliver Erben vertreten. Vor dem Rennen standen allerdings erst mal 3 anstrengende Messetage an, die aber Spass machen, denn man hat es ja mit Gleichgesinnten zu tun. OK, mit ein paar seltsamen Vögeln und dem ein oder anderen Nörgler hat man schon zu tun, aber insgesamt ist man uns sehr sympathisch gestimmt.Als wir am Samstagabend völlig KO, mit einer Riesenpizza im Bauch ins Bett gefallen sind, konnten wir uns einen Wettkampf kaum vorstellen. Aber am nächsten Morgen war das nicht mehr wichtig, denn heute zählte nur die 3 Messetage zu verdrängen und sich zu erinnern, dass man den ganzen Winter gut trainiert hat und dieses Potential nun bestmöglich abrufen muss. Und ich habe ja mit meinen neuen Schuhen ( NIKE Lunar Racer ) einen Joker in Peto. Dafür bleiben heute die Kompressionsstrümpfe in der Tasche. Laut der Sporthochschule Köln ist das nämlich nur Einbildung, dass diese Strümpfe schnell machen. Also lasse ich sie einfach weg und schau mal was passiert!Dafür ist das Frühstück wie immer traditionell minutiös durchgeplant. Und das hat nichts mit Aberglaube zu tun. Nach dem üblichen Einlaufen ( inkl. Steigerungen à la Franz ) und wiederholtem Toilettengang ( á la Oli …) versuche ich zur Abwechslung mal weiter vorne im Block zu stehen. Das gelingt mir besser, aber immer noch stehe ich nicht da wo ich gerne stehe möchte ( zwischen lauter Kenianern, hahaha ). So stolper ich nach dem Startschuss über so machen Bremser, hüpfe hin und her und schiebe zur Not auch mal einen Läufer zur Seite bis ich mein Tempogrüppchen gefunden habe. Ab dann läuft es richtig rund und da der Wind teilweise unangenehm wird, bin ich froh vom Windschatten in der Gruppe profitieren zu können. Das Tempo ist in etwa so wie ich es erwartet hatte und die ersten 10km liegen nach 35:52 hinter mir. Yes, eine Bestzeit habe ich damit schon, denn so schnell war ich auf die 10km noch nie. Hoffentlich gehe ich zum Schluss nicht ein! Erstaunlicherweise läuft es auch weiterhin rund und schnell, wobei ich natürlich jeden Kilometer mehr drücken muss. Mit 3:29 laufe ich sogar bei Km15 meinen schnellsten KM. Sieht gut aus, die 1:16 müssen drin sein, vielleicht sogar darunter. Bei KM16 kann ich meiner Gruppe nicht mehr folgen und muss alleine laufen. Die Abschnitte mit Gegenwind schmerzen hier natürlich besonders und ab KM 18 beginnt der Kampf. Die Beine sind schwer und ich merke wie ich langsamer werde. An den leichten Anstiegen kommt es mir vor als ob ich stehe. Im Nachhinein war es dann gar nicht so langsam. Wo ist denn nun endlich das Ziel? Kommt das gar nicht mehr? Die letzten KM werden sehr lange, aber dann biege ich endlich auf die letzte Gerade ein und versuche noch mal ein paar Sekunden zu schinden. 1:16:14! Tolle Zeit für mich. Hätte ich vorher nicht für möglich gehalten. Aber so geht es einem ja meistens nach einem Wettkampf.Und auf Oli hab ich gar nicht lange warten müssen, denn nach 1:29:06 war er bereits im Ziel. Super Leistung, hat er doch seine Bestzeit um gut 5 min verbessert und schaffte das Kunststück die 2. Hälfte eine knappe Minute schneller zu laufen wie die erste. Da ist noch viel Luft nach oben hin, für unseren Meister-Tiefstapler. Oli kann seine Zeit kaum fassen, aber mir war eigentlich klar, dass er schnell sein wird. Aber der Kerl glaubt mir ja nix! Im Ziel kommt nun auch noch die Sonne raus und ich kann das Finishergefühl mit einem Erdinger alkoholfrei so richtig genießen. Später erfahre ich, dass ich Gesamt 97ter und AK35 11. geworden bin. Und das ohne Kompressionsstrümpfe...!Jetzt heißt es möglichst schnell regenerieren, um dann am Ostermontag noch mal die 10km in Bestzeit zu laufen. Und dann steht da ja noch der Weltkulturerbelauf an…! Bericht von Schwabi Berlin war eine hervorragende Basis für 2009. Ideales Laufwetter und beste Stimmung auf dem superschnellen Oval! Nachdem die Kilometerfresser Franz, Schwabi und Co. mich den Winter über zu immer neuen Höchstleistungen getrieben haben (man erinnere sich an die ersten Läufe, Puls so um die 200 + hüstelhüstel + Zigaretten ade) und ich seit langem, sprich seit Sommer 2007, keinen halbwegs vernünftigen Halbmarathon auf die Straße gezimmert habe, bin ich verhalten angelaufen (04:20 - 04:25 min/km). Nach ein paar KM habe ich aber gemerkt, dass mich diese Geschwindigkeit am heutigen Tag nicht fordert. Kontinuierliche Steigerung auf 04:10 - 04:00 min/km und auch dieses Tempo locker halten können – obwohl ich immer gedacht habe: das gibt’s doch nicht, irgendwann muss doch der Crash und der Einbruch kommen, aber nichts da, einen nach dem anderen LäuferIn habe ich auf der 2ten Hälfte der Strecke problemlos überholt. Im Ziel stand dann eine Nettozeit von 01:29:06 Std., Platz 751 bei 21.xxx Startern, mit der Gewissheit, dass an diesem Tag auch eine 01:28:xx oder schneller drin gewesen wäre. Also ich freue mich auf den Weltkulturerbelauf, mal sehen was geht. An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an alle, die mich so super in Form gebracht haben und die Laufschnecke unter ihre Fittiche genommen haben. Bericht von Oli
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